1. Willkommen zur Audiotour

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Herzlich willkommen zu unserer Audiotour rund um den Obersee- und Orankesee! Die Anfänge der Geschichte, die wir hier erzählen, gehen zurück bis in das 19. Jahrhundert. Mit der Ausdehnung Berlins zur Großstadt wurden auch die umliegenden Dörfer mit einbezogen: Es kam zu Gewerbeansiedlungen. Am Orankesee entstand eine erste Villenkolonie. Ab 1893 gab es eine Pferdeomnibuslinie nach Berlin. Das Gebiet entwickelte sich in einer Atmosphäre von Aufbruch, Geheimtipp und als Refugium Natur liebender Großstädter!
Und genau in dieser Mixtur musste sich das Gebiet etwa einhundert Jahre später – seit dem Herbst 1989 – noch einmal ganz neu entwickeln und definieren. Das Ende der DDR und die Wiedervereinigung bewirkten auch hier einen Aufbruch. Getragen wurde dieser Aufbruch von Menschen, die bereit waren, sich für ein lebenswertes Miteinander zu engagieren. Im Jahr 2005 gründete Dr. Jörg Ritter mit ein paar Nachbarn einen Förderverein zum Erhalt und der Entwicklung der Region um Obersee- und Orankesee.
Mit rund 3,2 Mio. Euro Fördergeldern – getragen vom Bezirksamt und von der Europäischen Union – wurden der Obersee- und Orankesee inzwischen saniert, die alte Uferbefestigung aus Beton und rostigem Metall entfernt, das Ufer renaturiert, der See entschlammt, und das Seewasser wird kontinuierlich gereinigt.
Eine Umfrage unter den Anwohnern ergab: die Mehrheit wünscht sich eine ganzjährig geöffnete Gastronomie. Und dank der Umsicht und Tatkraft der Gastronomen Katharina und Nikolaos Kitsos eröffneten am 05. Juli 2017 die Orankesee-Terrassen: mit einem Restaurant, einem Biergarten und einem grandiosen Blick über den Orankesee.
Der Motor all dieser Entwicklungen sind der Förderverein sowie die Unterstützung durch die Anwohner. Begeben sie sich also nun auf Tour: Rund um Obersee- und Orankesee entdecken Sie auf Ihrem etwa einstündigen Spaziergang – z. B. an den Rücklehnen der Parkbänke – Hinweisschilder. Dort finden Sie einen QR-Code, mit welchem Sie den jeweiligen Audiotrack laden können. Auf der Webseite  www.hörenschönhausen.de  können Sie alle Geschichten anhören und erhalten weitere Informationen zu den Hörstationen.
Und so tauchen Sie ein in eine sich nun schon weit über hundert Jahre fortschreibende Geschichte: mit ihren Höhen und Tiefen, glanzvollen Zeiten und düsteren Kapiteln. Wir wünschen Ihnen jedenfalls mit dieser Audiotour einen so spannenden wie unterhaltsamen Rundgang!


Die Geschichte des Fördervereins Obersee & Orankesee e.V.
(von Nikola John)

Haben Sie schon alles rund um die beiden Seen gesehen? Haben Sie die Geschichte der Orankesee-Terrassen gehört? Sind Sie am Seenfilter vorbei gegangen und haben Sie an der Elegie auf den schönen Obersee geschaut? All das gibt es, weil sich seit vielen Jahren Anwohner und Freunde des Obersee-Orankesee-Parks in tausenden von Stunden ehrenamtlich im Förderverein Obersee und Orankesee e.V. engagieren.

Angefangen hat alles mit der Idee von Dr. Jörg K. Ritter, der 2005 gemeinsam mit sechs weiteren Nachbarn aus der Oberseestraße und Bekannten diesen Förderverein gegründet hat. Er erklärt, wie er auf die Idee kam:

„Viele unserer Nachbarn waren wie wir gerade an den Obersee gezogen. Eins war uns allen gemeinsam sehr wichtig: saubere Seen und ein gepflegter Park. Zu acht gründeten wir deshalb an einem Novemberabend den Förderverein Obersee & Orankesee e.V.. Unsere erste Initiative war ein Frühjahrseinsatz der Vereinsmitglieder mit Bürgern und Anwohnern, bei dem so einiges aus den beiden Seen geholt wurde, was dort nicht hineingehörte.“

Gleich im folgenden Jahr lobte der Verein einen Wettbewerb aus, bei dem Architekturstudenten Ideen einreichen konnten, wie die grünen Flächen rund um die beiden Seen neu gestaltet und zu einem Park entwickelt werden könnten. Neun deutsche Universitäten und Hochschulen beteiligten sich und den ersten Preis gewann ein Team der TU Dresden. Geplant waren neue Uferwege, ein Naturlehrpfad, eine stufenförmige Panorama-Plattform und ein Informationszentrum.

Mit dem Plan wollte der Förderverein einen Anziehungspunkt für Anwohner und Gäste schaffen. Seitdem der Plan vorliegt, hat sich viel getan im Park. Nicht immer so, wie geplant, aber immer so, dass es den Park schöner und lebenswerter gemacht hat.

Mit rund 3,2 Mio. Euro, von der die Europäische Union und das Bezirksamt rund je die Hälfte der Kosten übernommen haben, wurden der Obersee und Orankesee saniert. Dabei wurde die alte Uferbefestigung aus Beton und rostigem Metall am Orankesee entfernt, die Ufer renaturiert und alles neu bepflanzt. Insbesondere die Farbenpracht im Frühjahr ist eine Augenweide für alle Gäste.

Auch der Obersee wurde von der alten Uferbefestigung befreit, die Ufer wurden neu gestaltet und der See entschlammt. Das allerwichtigste Ziel war aber, das Seewasser dauerhaft zu reinigen. Denn das Wasser konnte hier nicht einfach ablaufen. In den Sommermonaten stank es fürchterlich und im Wasser mehrten sich die Schadstoffe, die Pflanzen und Tieren schadeten. Abhilfe schuf schließlich ein moderner Seenfilter, der nach ein paar Startschwierigkeiten nun läuft. Dabei wird das schmutzige Wasser aus dem Obersee in eine Filteranlage gepumpt, fließt dort durch Schilf, Sand und andere Schichten und dann schön sauber zurück in den Obersee. Wenn Ihr es noch nicht gesehen habt, schaut vorbei zwischen der Oberseestraße und den Orankesee-Terrassen.

Damit wären wir bei der zweiten großen Neuerung im Park. Bei einer Umfrage, die der Verein unter den Mitgliedern und Anwohnern, gemacht hatte, kam heraus, dass sich viele eine Gastronomie wünschen, die das ganze Jahr geöffnet hat. Mit viel Engagement durch den Verein und Unterstützung durch das Bezirksamt haben die Gastronomen Katharina und Nikolaos Kitsos schließlich diesen Wunsch erfüllen können.

Nach einem Jahr Bauzeit wurden 2017 am 5. Juli die Orankesee-Terrassen eröffnet. Seitdem wird mediterrane Küche von Januar bis Dezember in einem Restaurant mit Terrasse, Biergarten und grandiosem Blick auf den Orankesee von sehr zuvorkommenden Kellnerinnen und Kellnern serviert.

Aber die Baustelle der Orankesee-Terrassen war nicht die einzige im Obersee-Orankesee-Park in diesem Jahr. Auf Initiative des Vereins war der Park Teil der IGA geworden, der Internationalen Gartenausstellung in Berlin im Jahr 2017, als so genannte Premiumfläche. In diesem Rahmen haben die Anwohner in einer demokratischen Abstimmung dem Park den heutigen Namen gegeben, wurde die Straße, die Obersee und Orankesee verbindet, erneuert und beruhigt und der Umbau des Spielplatzes am Orankesee in Angriff genommen.

Die Pflege und der Erhalt der Natur im Obersee-Orankesee-Park ist eine der wichtigsten Aufgaben im FOO. Traditionell findet im Frühjahr und im Herbst ein Parkputz statt, bei dem viele Mitglieder und Gäste helfen, den Park von Unrat und Laub zu befreien. Dirk Schmidt, im Vorstand für den Park verantwortlich, organisiert die Aktion zusammen mit dem Grünflächenamt.

Der Verein leistet noch viel mehr. Nachdem am Obersee eine große Bronzestatue von Metalldieben gestohlen wurde, ist es ihm – vor allem dem Mitglied Elke Weihusen – gelungen, eine neue Statue gestalten zu lassen: die Elegie. Dazu gibt es eine extra Hörstation. Es gibt im Verein kostenlose Sportangebote: jede Woche Fitness und Volleyball. Die Mitglieder haben dem Kiez eine Bücherbox geschenkt, in dem sich Parkbesucher kostenlos Bücher ausleihen können. Zu Weihnachten und zu Ostern organisieren sie Feiern für sich und Anwohner, aber auch für und mit dem Kinderhaus Berlin Mark-Brandenburg e.V.

Höhepunkt des jährlichen Vereinslebens ist das Seenfest, das viele Mitglieder und viele Partner am ersten Samstag im September organisieren. Schirmherr ist der Lichtenberger Bürgermeister. Inzwischen freuen sich über 2500 Gäste über ein anspruchsvolles Programm mit guter Musik, Akrobatik, gemeinsamen Singen, Kinderfest, gutem Essen und Sportangeboten. Die Leitung hat Björn Döring, der inzwischen auch Vorstandsvorsitzender des Fördervereins Obersee & Orankesee e.V. ist.

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